Meine Erlebnisse in China im September 2010

Mi

22

Sep

2010

Zeitungsartikel im Internet

Da jia hao,

 

Fuer alle Interessierten hier der Zeitungsartikel aus der Tageszeitung, online veroeffentlicht auf der Regierungswebsite von Tangshan (und auf der Website der Provinzregierung von Hebei):

 

http://www.tangshan.gov.cn/html/xinwendongtai/wdmt/2010/0916/7059.shtml

 

Das vermeintliche Zitat am Ende des Artikels habe ich in der Form nie gesagt, aber so ist das in China nun mal, denke ich. Ich kann euch beruhigen, dass ich derart einfache Saetze fluessig sagen kann. ;)

 

Neue September-Fotos lassen sich bei 'Media' finden.

 

Zaijian

 

 

 

 

Uebersetzung von Google:

 

 

Yanzhao Metropolis: Tangshan the first time on two high school students for foreign study

2010-09-16 10:04


    
Recently, Hebei Tangshan Foreign Language School for the first time to meet the Two students from Germany and Italy, the two students will begin at the school for 10 months of study and life, and school activities in the cultural exchange students.

Yesterday afternoon, reporters saw in Hebei Tangshan Foreign Language School when two students, under the guidance of their teachers are learning to play the Hulusi. Feeling the classical Chinese instruments, two students of smiles.

According to the school to teacher Feng, AFS is an international cultural exchange organization, (AFS Intercultural Programs) was established in 1947, is an international educational exchange in the non-profit non-governmental international organizations in the world with 54 countries and regions offices, since their founding nearly 15 million people from 80 different countries attended the AFS to organize international cultural exchange activities. Hebei Tangshan Foreign Language School since 2007, the province has become one of AFS school program.

August 22 this year, the 17-year-old boy from Germany Gereon Wiese and the 17-year-old girl from Italy through the AFS Marta Zanotti Hebei Tangshan Foreign Language School came to be in Tangshan began a period of 10 months of study and life.

       
Feng says that because these 10 months, the daily life of two students from the school and volunteers are responsible for, in order for two foreign students feel at home at the Tangshan found as early as the beginning of this year, the school sent letters to teachers and students Pianxiang to solicit volunteers to undergo a rigorous screening and, ultimately, of two foreign students to find a suitable home.

"Boy living in the house of a Grade Two students, parents Ji Xiansheng Gereon Wiese to make life comfortable, specially invited the nanny, for two children's food. Marta Zanotti girl living in a high school one of my grade girl at home, the girl's parents were working-class mother home from work every day, must change for the Marta Zanotti do the kind of Chinese food, not only that, over the weekend, the girl's parents also go to Beijing to watch with Marta Zanotti the flag-raising, visit the many attractions. "Feng says that with this and two students came to study in China there are 118 foreign students who have a connection between them," Every time after the communication, two children will tell us that they come to Tangshan is the most fortunate. "

Carefree life, the school's learning of two foreign students also thought a great effort, "taking into account their national counterparts of the year is sophomore courses, if the students continue to follow our time sophomore, certainly will be very difficult, for which specifically to two students in schools in the characteristics of three classes of high and one in English, "Feng says that in addition to, and classmates with foreign language, sports, language, music and other courses, the two students is the largest Chinese language course programs, and is the only one received by the school Foreign Language Council International Office of China issued the "Advanced Certificate of Chinese Language teacher capability," the teacher to teach, so that two students for 10 months by the Tangshan study, to attend "Chinese Proficiency Test" ( HSK) level.

       
"Tangshan is very nice, I like, very like Chinese." Gereon Wiese with less fluent Chinese told reporters that he put a lot of Tangshan message to the students as far away as Germany and friends, want to share their understanding of China understand the Tangshan. "We also went to the bookstore to buy a German textbook, aunt and brother to teach me to learn German, so that they understand the German culture and life." Gereon Wiese said.

 

 


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Sa

18

Sep

2010

Hao Hao Xuexi Tian Tian Xiang Shang

"Eifriges Lernen fuehrt zu Fortschritt jeden Tag" - Mao Zedong

 

Da jia hao!

 

 

Ich melde mich mit diesem Eintrag zurueck aus China. Mittlerweile ist endlich Wochenende, worauf ich mich nach diesen anstrengenden Schultagen wirklich gefreut habe.

 

In der vergangenen Woche habe ich neben Schule nicht viel erlebt, da einfach keine Zeit mehr ist. Ich lerne viel (vor Allem Schriftzeichen), da ich den HSK-Sprachtest bald machen moechte (Nachweis der Chinesischkenntnisse.

 

Ueberrascht wurde ich letzte Woche, da meine Vertrauenslehrerin uns beiden Austauschschuelern mitgeteilt hat, dass wir am naechsten Tag von einer Reporterin interviewt wuerden, was dann auch geschah. Es wurden viele Fotos gemacht (auch bei mir zuhause) und viele Fragen gestellt. In 2 Wochen wird der Artikel dann in der Hebei-Tageszeitung zu finden sein, die in der gesamten Provinz zu kaufen ist. Das ist schon ein merkwuerdiges Gefuehl.

 

Morgen werde ich die christliche Kirche in Tangshan besuchen. Ich war ziemlich erstaunt, dass es hier so etwas gibt und bin mal gespannt, wie die aussehen wird.

 

Mein Chinesisch wird besser und ich verstaendige mich mit meiner Familie (ausser mit meinem Gastbruder, da er Englisch sprechen moechte) ohne Hilfe auf Chinesisch, was meistens klappt.

 

 

Meiner Chinesischlehrerin gebe ich im Moment jeden Tag eine dreiviertel Stunde Deutschunterricht und auch meine Gastmutter moechte, dass ich meinem Gastbruder ein bisschen was beibringe. Es ist ziemlich interessant Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, aber den ganzen Tag moechte ich damit auch nicht verbringen.

 

Aus der Reihe der kulturellen Unterschiede moechte ich noch einmal auf den Strassenverkehr eingehen. Vor Allem Mittags zur Mittagspause oder Abends gegen 6 Uhr bei Feierabend sind die Strassen echt die Hoelle. Aus 2 werden 4 Spuren gemacht, die Autos quetschen sich mit 2cm Abstand voneinander durch die Stadt und es wird gehupt. Viel gehupt. Immer. Eine Steigerung ins Negative dieses Fahrverhaltens waere nur noch Geisterfahren, aber auch das habe ich schon zwei, drei mal beobachtet. Ich bin grundsaetzlich der einzige im Auto, der den Gurt benutzt, auch wenn ich ihn immer haeufiger nicht benutze, da ich es einfach vergesse und da ihn eh niemand benutzt. Ich habe aber grundsaetzlich ein schlechtes Gewissen deswegen und nehme mir immer vor, ihn zu benutzen. Da spricht wohl einfach der Deutsche in mir.

 

Kulinarisch beneide ich ein wenig die Leute, die nach Sichuan oder allgemein in den Sueden gegangen sind. Die Gerichte hier sind zwar okay und haben kein hohes Kulturschockpotential fuer uns Deutsche, aber wirklich besonders ist das Essen nicht. Am besten gefaellt mir das Essen in den suedchinesischen oder koreanischen Restaurants, wohin wir auch ziemlich oft gehen. Meine Gastmutter liebt es, meine deutschen Gerichte nachzukochen, sodass fast jeden Abend auch ein deutsches Gericht auf dem Tisch steht, was ich nicht wirklich schlecht finde. Meistens isst mein Gastbruder das dann komplett auf, da er westliches Essen liebt und ich nehme dann doch eher etwas von den chinesischen Gerichten.

 

Meine Gastfamilie redet schon davon, dass ich nach China zurueckkommen soll, hier studiere, arbeite und in Tangshan leben soll. Sie wollen, dass ich viel lerne, um auf eine gute Universitaet gehen zu koennen, weswegen wir den Satz "好好学习天天向上“ Hao Hao Xuexi Tian Tian Xiang Shang in ''好好学习北大上上” umgewandelt haben. - Eifrig Lernen, um auf die 北大 (Beijing University) zu gehen.

 

Heute (19.9) bin ich genau einen Monat in China und die Zeit ist wirklich schnell vergangen.

 

Mehr gibt es noch nicht zu berichten, da die Schule halt wirklich die meiste Zeit in Anspruch nimmt.

 


Zaijian

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Sa

11

Sep

2010

Kalligrafie, Kung Fu, Schach, Hu Luo Si und Mao

Da jia hao!

 

 

Ich melde mich zurueck mit einem neuen Bericht aus China.

Die erste Schulwoche liegt nun hinter mir und ich bin doch ziemlich gluecklich, jetzt Wochenende zu haben. Die Schule macht sehr viel Spass, aber es ist dennoch anstrengend auf Dauer jeden Tag fast 12 Stunden Unterricht zu haben. Ich weiss jetzt auf jeden Fall, dass ich mich in Deutschland nie wieder ueber 7 statt 6 Stunden aufregen werde. Als ich meiner Familie und meinen Mitschuelern von den deutschen Verhaeltnissen bezueglich der Schule erzaehlt habe (jeden Tag von 8 bis 1 Uhr), haben sie nur grosse Augen gemacht. Die 12 Stunden sind zwar nicht ausschliesslich Unterricht sondern beinhalten auch 2 Stunden Mittagessen und Aufenthalt in den Zimmern fuer die Schueler, das mich mir mit 3 anderen Mitschuelern teile.

 

Meine Mitschueler, die Lehrer und natuerlich auch meine Familie sind sehr sehr nett. Am Freitag habe ich auf meinem Tisch eine Bleistiftnachricht gefunden: ''Welcome to China!'' und andere Dinge.

Ich werde viel ueber Deutschland gefragt. Ich glaube, dass fuer die Chinesen die USA und Deutschland die erstrebenswertesten Laender fuer einen Auslandsaufenthalt und zum Arbeiten sind. Jeden (wirklich jeden Tag) werde ich von Chinesen fuer Deutschlands hervorragende Ingenieure und Autos gelobt. Es macht keinen Sinn zu sagen, dass ich selbst als Person aber kein Auto bauen koennte. Fuer die Menschen hier bin ich Deutschland, also bedanke ich mich.

 

Deutschland gilt hier in Deutschland als Musterstaat. Jeder Chinese, der mir bisher ueber den Weg gelaufen ist und mit mir ueber mein Land geredet hat, hat nur Gutes ueber Deutschland zu sagen gehabt.

Ich bin froh, hier keine Vorwuerfe ueber die deutsche Geschichte zu hoeren. In einem Buecherladen habe ich letztens ein Magazin auf Chinesisch gesehen, in dem die Uniformen der SS beschrieben wurden, und welche Personen welche Uniformen getragen haben. Auf einem anderen Buch war das Gesicht von einem engen Freund Hitlers abgedruckt - dadrunter ein erstmal positiv klingendes Zitat. Als ich das Buch ein bisschen gelesen habe, bemerkte ich, dass diese Person als absolut positiv beschrieben wurde. Ich glaube und hoffe, die Chinesen bewundern einfach die deutsche Disziplin und nicht die Taten.

 

 

In der Schule hatte ich nun meine ersten Unterrichtsstunden in Kalligrafie, Kung Fu und Hu Luo Si (eine chinesische Floete), was mir alles sehr gefaellt. Kalligrafie ist unglaublich schwierig. Seit 5 Unterrichtsstunden lernen wir einen Strich. 5cm lang, 1cm dick. Die Enden etwas staerker als der Mittelteil, leichte Kruemmung. Ich habe noch nicht einen einzigen Strich hinbekommen, der diese Anforderungen erfuellt, aber die Lehrerin sagt, dass das bald wird. Meine Familie liebt Kalligrafie und hat mir ziemlich viel Material dafuer gekauft und bringt es mir fast jeden Abend ein bisschen bei.

 

Im Sportunterricht fuer Austauschschueler lernen wir einige Grundlagen des Kung Fu, im 2. Semester machen wir Tai Chi. Auch wenn es nicht gerade einfach ist macht es mir sehr viel Spass und ich bin ziemlich froh nach vielen vielen Stunden Unterricht mal nach Draussen gehen zu koennen.

 

In Musik lernen wir die Floete namens Hu Luo Si. Das Notensystem ist hier ein anderes, sodass es nicht auffaellt, dass ich keine Noten lesen kann. Im Moment lernen wir die Tonleiter und beginnen bald mit den ersten einfachen Liedern. Meine gesamte Familie spielt dieses Instrument, sodass ich mit baldigem Fortschritt rechne.

 

Zwei andere Unterrichts'faecher' habe ich nicht in der Schule, sondern zuhause: Mein Vater liebt chinesisches Schach (und Tischtennis und Angeln, was ich super finde), und bringt es mir bei. Im Prinzip ist es ziemlich aehnlich zum Schach bei uns. Aber die Figuren heissen anders und es gibt teilweise andere Bewegungen.

 

Das zweite Unterrichtsfach ist Maoismus. Meine Familie liebt Mao und wir reden oft ueber die chinesische Regierung und die Geschichte Chinas. Die Chinesen sind sehr stolz auf ihren erreichten Wohlstand und ich verstehe gut, dass sie ihre Regierung toll finden. Meine Eltern wollen mir ein englisches Buch ueber die Ansichten von Mao schenken, was ich mir wohl durchlesen werde. In Deutschland wurden wir oft daran erinnert, in China niemals ueber Politik zu reden. Ich habe meinen Eltern dann trotzdem gesagt, dass ich in Deutschland Mitglied der Regierungspartei bin (um eines einfach auszudruecken). Das fanden die ganz fantastisch und sagen, dass ich spaeter sicher mal mit Hu Jintao an einem Tisch sitzen werde. Ich kann mit meinen Eltern ziemlich offen ueber die Themen reden. Auch wenn meine Eltern beide Mitglieder der Partei sind, sind sie sehr an der deutschen Regierung interessiert und finden Angela Merkel ganz toll.

 

 

Fuer meine Gastfamilie habe ich vor kurzem deutsches Essen gekocht, was der Familie wohl gefallen hat, sodass ich das nun zwei mal im Monat machen soll, falls ich will. Die Zutaten fuer Frikadellen mit Kartoffelbrei und Brokkoli in einem chinesischen Supermarkt zu finden war nicht wirklich leicht, aber es hat deutsch geschmeckt.

 

 

Morgen muss ich etwas frueher zur Schule, da vorher noch Flaggehissen und Nationalhymnen-Singen stattfinden wird. Ich habe es von der Schulzeit her aber noch gut. Die Haelfte aller Schueler der Schule bleibt auch ueber Nacht in der Schule und sieht ihre Eltern nur einmal im Monat an einem Tag.

 

Dieses Wochenende wurden wir von unserem Schulleiter zum Teacher's Day-Dinner in einem ziemlich edlen Restaurant eingeladen. In China gibt es jedes Jahr einen Teacher's Day, an dem man seine Lehrer ehrt. So wie bei uns Vater- und Muttertag.

Wir waren die einzigen Schueler dort - niemand sonst aus unserer Schule durfte daran teilnehmen, was schon ein komisches Gefuehl ist. Ich werde das Dinner wohl nicht erwaehnen, wenn mich Mitschueler fragen, was ich uebers Wochenende gemacht habe.

Wir sind dann von Tisch zu Tisch gezogen und einen Toast auf unsere Lehrer gesprochen und auf ihr Wohl angestossen - Sowas sollte es doch auch in Deutschland geben, oder?

 

Bis dahin,

 


Zaijian

 

 

 

 

 

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Di

31

Aug

2010

Erster Schultag

Da jia hao!

 

 

Mittlerweile ist es September und ich melde mich wieder mit einem neuen Bericht ueber meine Zeit in Tangshan.

 

In der Zwischenzeit habe ich die letzten schulfreien Tage verbracht und mit meiner Gastfamilie viele Sachen unternommen. Ich war im Erdbebenmuseum von Tangshan, wir waren viel in den riesigen Department-Stores von Tangshan, die wie eine riesige Traumwelt aussehen. Alles ist akkurat und kitschig verpackt. Man fuehlt sich schlecht, wenn man irgendwas auch nur um einen Centimeter verrueckt.

 

So wirklich guenstig ist das dann dort alles auch garnicht. Heute habe ich Bettwaesche fuer umgerechnet 300 Euro gesehen. Kleidung wuerde ich in diesen Department-Stores auch nicht kaufen. Die sind oft teurer als bei uns in Deutschland. Die DVD-Abteilung ist hier aber wirklich einen Besuch wert. Fuer 50 cent bis 2 Euro bekommt man aktuelle Filme, mehrsprachig und mit Rechtschreibfehlern auf der Verpackung.. ;)

 

Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich nach wie vor sehr gut. Jetzt wo die Schule angefangen hat und ich selbst merke, wie viel die Jugendlichen hier lernen muessen, moechte ich jede Auesserung in diesem Blog ueber die Computeraffinitaet meines Gastbruders widerrufen. Nachdem ich nun gesehen habe, wie die Schulzeit fuer die Chinesen hier aussieht, fuehle ich mich sogar schlecht, den Computer in der Ferienzeit irgendwann auch nur 5 Minuten lang mal benutzt zu haben. Die Eltern nehmen den Schulanfang (Kaixue) sehr ernst. Auch mir haben sie gesagt, dass sie von mir verlangen nach Schulschluss zu lernen (wiegesagt: Schule ist von 6:50 bis 17:45). Das ist kein Problem fuer mich, da ich sowieso ein paar Schriftzeichen lernen moechte. Im Moment lerne ich ca. 20-30 am Tag und muss die aber auch immer wiederholen, um nichts zu vergessen.

 

In der Schule sieht unser Stundenplan folgendermassen aus:

4x Chinesischunterricht (2x Oral, 2x intensive Reading)

3x Kulturunterricht (Special Physical Education, Special Music Lesson und Kalligrafie & Kunst)

2x Unterricht mit der Klasse (Englisch, Chinesisch, Musik, Informatik)

 

Der Chinesischunterricht ist nicht so toll, da wir halt bei 0 anfangen, da die andere Austauschschuelerin garkein Chinesisch kann. Ich sitze dann dort und lerne Schriftzeichen und schlage die Zeit tot.

 

In PE lernen wir ab naechster Woche Wu Shu mit einem Holzstab als Schwert. In Musik lerne ich ein traditionelles chinesisches Floetenartiges Instrument (Hu Lu Si), waehrend die andere Austauschschuelerin tanzen lernt. Und in Kunst machen wir im Moment ebenfalls Kalligrafie, sodass ich 4 Stunden in der Woche Kalligrafie lerne.

 

Der Unterricht mit der Klasse ist echt gut. In Englisch komme ich gut mit, auch wenn der Unterrichtsstil vollkommen anders ist. Meine Lehrerin hat mir eine Hausaufgabe aufgegeben, Praepositionen in Saetze einzufuegen, manchmal auch ganze Ausdruecke. Ich komme damit nicht zurecht, weil bei 40% der Aufgaben mehr als eine Loesung fuer mich richtig erscheint. Die Chinesen koennen sowas im Schlaf ausfuellen, ich schreibe da doch lieber freie Texte, was hier nicht so praktiziert wird. Als wir in Englisch ueber Freundschaft gesprochen haben und wir fuer jeden Buchstaben von Friendship ein Adjektiv oder Nomen nennen sollten, habe ich bei E "empathy" genannt, was selbst die Lehrerin nicht kannte.

Die Klassen hier sind aber viel groesser als in Deutschland. Ich glaube, dass ich die 40 Namen niemals lernen werde.

 

Falls ich irgendwas nicht verstehe in den anderen Faechern lerne ich einfach Schriftzeichen. Die Mitschueler gucken mich dann ganz fasziniert anschauen.

Interessant ist auch wenn die Lehrer meinen chinesischen Namen waehrend einer ihrer Vortraege nennen und sich dann alle zu mir umdrehen und mich anlaecheln und ich nichts verstehe und einfach zurucklaechel.

 

Die Schuluniform ist ganz gut, und ich empfinde es als kein Problem die taeglich zu tragen. Ich kann mich noch an die vielen Argumentationen/Eroerterungen im Deutschunterricht ueber dieses Thema erinnern. Hier ist es garkeine Frage, die Schuluniform zu tragen, und niemanden stoert sie.

 

Das Schulgebaeude ist riesig. Ich hab auch jetzt noch manchmal Probleme meine Klasse zu finden, aber langsam wird es besser. Die Schule selbst ist fuer chinesische Verhaeltnisse sehr schoen. Nirgendwo broeckelt die Wand und es ist alles sehr sauber. Es ist immerhin die beste Schule in Tangshan. Das einzige was mich stoert ist der wirklich widerliche Geruch, wenn man an den Toiletten vorbeigeht. Ich werde die wohl niemals benutzen koennen und wollen.

 

Die Lehrer sind auch alle sehr nett und helfen mir beim Schulalltag. Auch in der Schule werden wir beiden Austauschschueler staendig angeguckt und die Chinesen fragen sich, wieso wir dort mit ihren Schuluniformen rumlaufen. Wenn man denen dann erzaehlt, dass man fuer ein Jahr an der Schule bleiben wird, sind sie meistens ganz freundlich und freuen sich sehr darueber.

 

Im Moment lerne ich neben den vielen Schriftzeichen auch ein bisschen den lokalen "Dialekt" "Tangshanhua" (Tangshan-Sprache), der eigentlich lediglich dadurch auffaellt, dass hinter manchen Woertern ein Tonhoehen-Salto angehaengt wird. An einen der vier Toene des Chinesischen wird dann einfach noch ein Salto angehaengt, der das ganze wie eine Kindersprache klingen laesst. :)

Benutzt wird der Dialekt eigentlich nurnoch bei Familientreffen, in der eine lockere Stimmung herrscht. Auf der Strasse und ueberall sonst wird Hochchinesisch benutzt.

 

Am naechsten Montag in der Schule erlebe ich dann das erste Mal das Flaggehissen und Nationalhymnen-Singen, worauf ich schon gespannt bin.

 

 

Fotos werden noch folgen.


Bis dahin,

 

Zaijian

 

 

 

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